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Glossar-Eintrag

Digitaler Engpass

Zustand, in dem ein monolithisches oder schwerfälliges digitales System (z.B. klassisches EBR/MES) zum dominierenden Verzögerungsfaktor für Prozessänderungen und Innovation wird.

Kontext: Entsteht häufig nach der Ablösung papierbasierter Prozesse durch starre Plattformen. Obwohl formal digitalisiert, verlagert sich der Engpass nur – von manueller Dokumentation hin zu langsamen Modellierungs- & Validierungszyklen.

Warum wichtig: Verlängert Time-to-Change, verursacht Opportunitätskosten, fördert Vendor-Lock-in und reduziert organisatorische Lernrate.

Typische Signale:

  • Jede kleine Rezeptanpassung braucht externe Spezialisten.
  • Validierungskosten steigen trotz höherer Tool-Reife.
  • Fachbereiche umgehen offiziell vorgesehene Wege (Schattenprozesse).

Abgrenzung: Nicht zu verwechseln mit Kapazitätsengpässen (Personal/Maschinen); es handelt sich um einen strukturell erzeugten, systembedingten Verzögerungspunkt.

Wie auflösen:

  • Modularisierung statt monolithisches Modell.
  • Word-native Authoring beibehalten (geringe kognitive Reibung).
  • Delta-Validierung statt Vollvalidierungs-Reset.
  • Ownership in die Fachdomäne zurückverlagern.

Weiterführend: